Von ihrem Landesvater erfuhren die Besucher aus Brandenburg bei diesem Osterbesuch gänzlich Unerwartetes: „Ich kenne mich hier ganz gut aus,“ offenbarte der Ministerpräsident. „Ich war schon zu DDR-Zeiten sehr häufig hier. Danach allerdings nicht mehr, aus Zeitmangel. Ich komme ja auch nicht mehr zum Segeln. Wetten mit Westgeld ist deshalb für mich eine völlig neue Erfahrung.“
Schade eigentlich, denn bei der Suche nach dem Sieger bewies der glänzend aufgelegte
Regierungschef, daß er auf diesem Gebiet nichts verlernt hat. „Es macht Laune hier“, freute sich Platzeck, „sehr familiär. Nur wenige Veranstaltungen haben ein so bunt gemischtes Publikum. Wenn ich mich hier heute umsehe, sehe ich begeisterte Menschen.“
Begeistert äußerte sich der Ministerpräsident auch von OVERDOSE, dem besten Pferd, das
Hoppegarten zumindest in der Nachkriegszeit bisher zu sehen bekam. „Man hatte mir gesagt, er sei ein unauffälliges Pferd, aber das finde ich gar nicht. Er ist ein richtig schönes Pferd und hat eine starke Ausstrahlung.“ Die Fachleute unter den Tausenden von Besuchern, die schon eine Stunde vor dem ersten Rennen den Weg auf die Rennbahn zur Vorführung des Hengstes gefunden hatten, waren sehr überrascht von dessen augenscheinlich perfekten physischen Zustand. Trotz vieler und langer Trainingseinschränkungen und Unterbrechungen wegen brüchiger Hufwände präsentierte sich der zuvor in Budapest trainierte Fünfjährige mit ausgeprägter Bemuskelung und glänzendem Fell.
Sein Betreuer Sándor Ribárszki, der ihn kennt wie seinen Bruder warnt zwar vor einem übereilten Start, liebäugelt aber mit einem Rennbahn-Comeback am 6. Juni auf heimischer Bahn in Hoppegarten. Für Hoppegarten wäre ein solcher Auftritt ein absoluter Volltreffer mit garantiertem Massenbesuch und internationaler Aufmerksamkeit.




